Die HÖRMANN Industries GmbH (Unternehmensanleihe, WKN: A2TSCH) hat heute ihren Jahresabschluss 2020 veröffentlicht. Nach einem plangemäßen Jahresstart war die Geschäftstätigkeit der Gruppe ab Mitte März insbesondere in den Geschäftsbereichen Automotive und Services durch die Ausbreitung des neuartigen Virus SARS-CoV-2, die damit verbundenen Einschränkungen des öffentlichen Lebens und die großflächige Stilllegung der Produktionskapazitäten in der Automobilindustrie wesentlich beeinträchtigt. Insgesamt erzielte die HÖRMANN Gruppe im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz in Höhe von 521,5 Mio. € (Vorjahr: 622,2 Mio. €). Dieser Umsatzrückgang resultiert aus den Bereichen Automotive und Services, wohingegen die Bereiche Engineering und Communication im Krisenjahr 2020 den Umsatz halten bzw. ein Umsatzwachstum gegenüber Vorjahr realisieren konnten. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag bei 25,5 Mio. € (Vorjahr: 35,6 Mio. €), das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 12,6 Mio. € (Vorjahr: 23,7 Mio. €). Das bereinigte EBIT einschließlich einmaliger Sondereffekte aufgrund der Verlagerung des Automotive-Werks Penzberg in Höhe von rund 5,8 Mio. € sowie einer außerordentlichen Firmenwertabschreibung im Bereich Services in Höhe von 0,5 Mio. € lag mit 18,9 Mio. € nur leicht unter Planniveau.

 

Trotz COVID-19-Pandemie erfolgreiches Geschäftsjahr 2020 

Dr. Michael Radke, CEO der HÖRMANN Industries GmbH: "Die Covid-19-Pandemie hat uns - wie auch die ganze Welt - vor völlig neue Herausforderungen gestellt. Wir können aber zum heutigen Zeitpunkt sagen, dass wir dank einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut durch die Pandemie gekommen sind und auch die wirtschaftlichen Folgen gut bewältigt haben. Die breite Diversifikation, seit Jahrzehnten das Markenzeichen der HÖRMANN Gruppe, hat sich in dieser Krise einmal mehr erfolgreich bewährt. Aus dieser stabilen Aufstellung gehen wir nun unser strategisches Ziel an, weiterhin ein profitables Wachstum unserer Unternehmensgruppe zu realisieren."

Die Eigenkapitalausstattung des Konzerns belief sich zum 31. Dezember 2020 auf 120,8 Mio. € (31.12.2019: 121,2 Mio. €). Damit wurde die Eigenkapitalquote auch im schwierigen Krisenjahr durch die positive Ertragslage stichtagsbezogen mit 37,2 % nahezu auf Vorjahresniveau gehalten (31.12.2019: 38,8 %). Der Nettofinanzmittelbestand erhöhte sich aufgrund der eingeleiteten, liquiditätssichernden Maßnahmen von 64,8 Mio. € in 2019 auf 73,2 Mio. € im Berichtszeitraum.

Johann Schmid-Davis, CFO der HÖRMANN Industries GmbH: "Das Thema Finanzierungsstabilität war sicherlich ein Hauptthema im Krisenjahr 2020. Wir haben schnell sowohl kostensenkende Maßnahmen eingeleitet, beispielsweise die Einführung von Kurzarbeit, als auch weitere Maßnahmen, um die Finanzierungsstabilität und ausreichend Liquidität innerhalb der HÖRMANN Gruppe sicherzustellen. So haben wir zum Beispiel, getreu dem kaufmännischen Vorsichtsprinzip, einen KfW-Unternehmerkredit in Höhe von 40 Mio. € beantragt. Zusammen mit unseren anderen Finanzierungsinstrumenten, gaben uns diese Mittel hinreichende Sicherheit, um die strategische Ausrichtung auch in der Krise konsequent weiter zu verfolgen."

 

HÖRMANN Geschäftsbereiche

Der Geschäftsbereich Automotive erwirtschaftete in 2020 einen Umsatz von 273,2 Mio. € (Vorjahr: 379,5 Mio. €). Allein die Produktionsunterbrechung im März und April führte zu einem Umsatzausfall von annähernd 60 Mio. €. Weitere 29,8 Mio. € Umsatzrückgang sind auf die entkonsolidierte HÖRMANN Automotive Penzberg GmbH zurückzuführen, deren Produktionsprozesse trotz der Pandemie termingerecht und ohne größere Auswirkungen zum 30. Juni 2020 in das Werk Bánovce in der Slowakei verlagert wurden. Damit wurde ein wesentlicher Meilenstein der Restrukturierung des Geschäftsbereichs Automotive im Jahr 2020 abgeschlossen. Der Geschäftsbereich Services, mit dem Schwerpunkt Industrial Services vor allem für die Automobilindustrie tätig, war ähnlich stark betroffen und erwirtschaftete einen Umsatz von 17,0 Mio. € (Vorjahr: 21,4 Mio. €). Die Geschäftsbereiche Communication und Engineering hingegen zeigten sich außerordentlich krisenresistent und haben sich weiter stabil entwickelt. Mit Umsätzen von 146,3 Mio. € (Vorjahr: 134,2 Mio. €) respektive 84,3 Mio. € (Vorjahr: 86,9 Mio. €) waren beide Bereiche im Berichtszeitraum große Stützen für die Unternehmensgruppe.

Unter Vorbehalt der derzeit nur schwer vorhersehbaren wirtschaftlichen Entwicklung aufgrund der andauernden Covid-19-Pandemie erwartet die HÖRMANN Industries GmbH für das Geschäftsjahr 2021 auf Konzernebene einen Gesamtumsatz von 540 bis 560 Mio. €. Für das operative Geschäft wird ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von rund 20 Mio. € angestrebt.

Der vollständige, detaillierte Jahresabschluss inklusive eines ausführlichen Interviews mit der Geschäftsführung, Herrn Dr. Michael Radke und Herrn Johann Schmid-Davis, kann hier heruntergeladen werden: https://www.hoermann-gruppe.de/investor-relations/finanzpublikationen